Papst Leo XIV. gibt Briefwahlstimme in US-Wahlen ab

Papst Leo XIV. hat bei den anstehenden US-Kongresswahlen per Briefwahl in seinem Heimatbundesstaat Illinois abgestimmt und ist damit laut Angaben des Vatikans das erste katholische Kirchenoberhaupt der Geschichte, das während seiner Amtszeit von seinem Wahlrecht in einem Herkunftsland Gebrauch gemacht hat.

Die Mitteilung des Vatikans vom Freitag bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Chicago Sun-Times“, faz.net berichtete. Demnach ist der unter seinem bürgerlichen Namen Robert Francis Prevost geborene Papst als Wähler in der Gemeinde New Lenox im US-Bundesstaat Illinois registriert.”

Ein historischer Präzedenzfall in der US-Politik

Das vatikanische Presseamt betonte in seiner Erklärung, der Schritt sei ein bewusster Appell an die amerikanischen Bürger. Der Papst drücke damit seine Überzeugung aus, dass es das Recht und die Pflicht eines jeden Bürgers sei, sich aktiv an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Leo XIV. habe demnach als Staatsbürger der Vereinigten Staaten gewählt, „wann immer er dazu berechtigt war“, und seinen Wahlzettel per Post nach Chicago übermittelt. Neben der US-Staatsbürgerschaft besitzt er auch die peruanische Staatsbürgerschaft und hat nach Angaben des Vatikans auch während seiner Jahre in Peru von seinem dortigen Wahlrecht Gebrauch gemacht.”

Papst Leo XIV. gibt Briefwahlstimme in US-Wahlen ab
Foto: welt.de

Bei den US-Zwischenwahlen geht es um die künftige Kontrolle im US-Senat und im Repräsentantenhaus. Im Heimatbundesstaat des Papstes wird zudem über das Amt des Gouverneurs sowie über verschiedene Kongresssitze entschieden, wie welt.de berichtete. Daten der Wahlbehörde von Illinois zeigen demnach, dass Prevost seit dem Jahr 2000 an zahlreichen Vorwahlen teilgenommen und dabei sowohl Stimmzettel für Republikaner als auch für Demokraten beantragt hat, je nach seinem damaligen Wohnsitz in verschiedenen Bezirken des Bundesstaates.

Der Kontrast zu den Amtszeiten von Benedikt XVI. und Franziskus

Die Stimmabgabe bricht mit einer jahrzehntelangen Praxis der Zurückhaltung unter vorherigen Päpsten. Als im Jahr 2005 die Frage aufkam, ob der damalige deutsche Papst Benedikt XVI. an der Bundestagswahl teilnehmen werde, lehnte dieser dies ab. Über seinen Bruder ließ Benedikt XVI. mitteilen, er sei „Souverän des Vatikanstaats und halte es nicht für richtig, sich in die Angelegenheiten eines anderen Staates einzumischen“. Auch sein Privatsekretär Georg Gänswein bekräftigte diese Position vor der Bundestagswahl 2009.”

Papst Leo XIV. gibt Briefwahlstimme in US-Wahlen ab
Foto: orthodoxnews.de

Ähnlich verhielten sich seine Nachfrager: Franziskus soll nach Angaben seiner Biographin im Jahr 1960 das letzte Mal an einer Parlamentswahl in Argentinien teilgenommen haben. Für Johannes Paul II. und weitere italienische Vorgänger gibt es ebenfalls keine Hinweise auf eine Stimmabgabe in ihren jeweiligen Heimatländern.

Papst Heimatland Wahlbeteiligung im Amt
Leo XIV. USA / Peru Ja (Briefwahl in Illinois)
Benedikt XVI. Deutschland Nein (Verweis auf Status als Staatsoberhaupt)
Franziskus Argentinien Nein (Letzte bekannte Stimmabgabe 1960)

Die Nachricht von der Stimmabgabe fand auch in den internationalen Medien breite Beachtung, wie unter anderem von orthodoxnews.de unter Berufung auf Agenturberichte hervorgehoben wurde. Während das vatikanische Vorgehen die staatsbürgerliche Verantwortung unterstreicht, bleibt abzuwarten, wie sich dieses neue Kapitel auf die diplomatische Wahrnehmung des Heiligen Stuhls im Verhältnis zu Washington auswirkt.

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Omar El Sayed - World Editor

Omar El Sayed is Archyde’s World Editor, focused on international affairs, diplomacy, conflict, and cross-border political developments. He brings a global newsroom perspective to complex events and helps readers understand how regional stories connect to wider geopolitical shifts.

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