Ukraine Forces Strike Rjasan Oil Refinery and Wildberries Logistics Center

Ukrainische Spezialkräfte haben in der Nacht zum 29. Juli 2026 eine große Ölraffinerie in Rjasan sowie ein Logistikzentrum des Versandriesen Wildberries angegriffen und Brände ausgelöst. Die Angriffe sind Teil einer breiteren Taktik, um Russlands Treibstoffproduktion zu verknappen und wirtschaftlichen Druck tief im Hinterland aufzubauen.

Drohnen treffen Rjasaner Ölraffinerie und Wildberries-Logistikzentrum

Ukrainische Streitkräfte haben mit einer neuen Welle von Kampfdrohnen tief in russischem Gebiet zugeschlagen. Im Zentrum der Angriffe vom 29. Juli 2026 stand die Stadt Rjasan, wo das russische Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben Hunderte feindliche Drohnen abfing. Der Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, Pawel Malkow, bestätigte einen massiven Drohnenangriff, durch den in Industriebetrieben Brände entstanden, und sprach von sechs Verletzten.

Zu den getroffenen Anlagen zählte eine der größten Erdölverarbeitungsanlagen des Landes. Der ukrainische Generalstab bestätigte Treffer auf das Rjasaner Werk, das mit einer Jahreskapazität von rund 17 Millionen Tonnen zu den wichtigsten Raffinerien Russlands zählt. Die Anlage war bereits im Mai nach einem früheren Angriff zeitweise außer Betrieb genommen worden.

Gleichzeitig geriet ein riesiges Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries im Rjasaner Industriepark unter Beschuss. FR, der oft als Russlands Amazon bezeichnet wird, musste Mitarbeiter evakuieren und das Gelände sperren. In den sozialen Medien kursierten Videos von gewaltigen Flammen und dichten Rauchwolken über den Lagerhallen.

Taktik gegen die städtische Mittelschicht und Kraftstoffknappheit

Die Angriffe auf die weithin sichtbaren Versandlager von Wildberries folgen einem strategischen Muster. Seit Anfang Juli nimmt die Ukraine gezielt die großen Logistikzentren des Online-Riesen in verschiedenen russischen Regionen ins Visier. Berichten zufolge erzeugen diese symbolträchtigen Attacken nicht nur erhebliche Milliardenschäden, sondern verfolgen auch ein psychologisches Ziel: Sie sollen Unruhe in der städtischen russischen Mittelschicht schüren, die stark vom bequemen Online-Handel abhängig ist.

Drohnenangriffe der Ukraine: „Russlands Amazon“ geht in Flammen auf!

Parallel dazu setzt die anhaltende Serie von Drohnenangriffen auf russische Raffinerien die Treibstoffversorgung unter Druck. Laut Berichten haben die Angriffe die Benzinproduktion bereits auf etwa 65 Prozent des sommerlichen Durchschnittsbedarfs gesenkt. Diese Einschränkungen zielen darauf ab, den Treibstoff im Land zu verknappen und Russland Einnahmen aus dem Öl- und Produktexport zu entziehen, mit denen der Krieg finanziert wird.

Einschläge im südrussischen Rostow und Opferzahlen

Der großangelegte Schlagabtausch beschränkte sich nicht auf die Region Rjasan. In der südrussischen Hafenstadt Rostow am Don schlugen Drohnen in ein Wohnhochhaus ein, wie der Gouverneur Juri Sljussar mitteilte. Dabei kamen zwei Zivilisten ums Leben, und fünf weitere Menschen wurden verletzt. Der dortige Angriff galt vermutlich dem nahegelegenen Hafen der Stadt.

Weitere Drohneneinschläge wurden aus Belgorod gemeldet, wo zwölf Verletzte zu verzeichnen waren. Russische Flughäfen mussten ihren Betrieb zeitweise einschränken. Das Verteidigungsministerium in Moskau bezifferte die Zahl der in der Nacht abgefangenen feindlichen Drohnen landesweit auf 276. Die ukrainische Luftwaffe meldete ihrerseits, dass Russland in derselben Nacht 147 Kampfdrohnen auf ukrainisches Gebiet abgefeuert habe, von denen 123 abgefangen worden seien.

Verluste und getreideexport im Schwarzen Meer

Der ukrainische Generalstab aktualisierte indessen seine Angaben zu den russischen Personal- und Materialverlusten und bezifferte die Verluste auf inzwischen mehr als 1,4 Millionen Soldaten, wobei allein am Vortag 1310 Soldaten getötet oder kampfunfähig geworden sein sollen. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht.

Photo: n-tv.de

Unterdessen bleibt auch die maritime Infrastruktur im Schwarzen Meer umkämpft. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete über einen russischen Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen auf ein Container-Terminal mit Militärgütern im Hafen von Tschornomorsk in der Region Odessa, bei dem auch ein Stückgutfrachter getroffen wurde. Ukrainische Behörden bestätigten den Angriff auf einen unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Frachter namens „Golden Leo, der Mais transportierte und nach einem Raketenangriff vom 19. Juli sank. Bei diesem Vorfall kamen neun Besatzungsmitglieder und ein ukrainischer Lotse ums Leben, während acht Seeleute gerettet werden konnten.

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Omar El Sayed - World Editor

Omar El Sayed is Archyde’s World Editor, focused on international affairs, diplomacy, conflict, and cross-border political developments. He brings a global newsroom perspective to complex events and helps readers understand how regional stories connect to wider geopolitical shifts.

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