Der Flughafen Catania auf Sizilien ist am Freitag wegen starker Vulkanasche-Emissionen des Ätna vorübergehend für den gesamten Flugverkehr geschlossen worden. Alle Starts und Landungen wurden laut dem Betreiber Aeroporto Fontanarossa zunächst bis 16.00 Uhr abgesagt. Die Sperrung, die durch erhebliche Aschemengen sowie ein nächtliches Gewitter ausgelöst wurde, betrifft tausende Reisende auf Italiens größter Mittelmeerinsel und entfacht die politische Debatte über die Infrastruktur der Region neu.
Aus dem Nordostkrater des 3.324 Meter hohen Vulkans, der als der höchste aktive Vulkan Europas gilt, stieg eine mächtige Aschewolke auf. Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) reichte diese Säule rund vier Kilometer in den Himmel und wurde vom Wind in südliche Richtung getragen. Wegen der anhaltenden Aktivität riefen die Behörden für den Luftverkehr erneut die Warnstufe Rot aus, welche die höchste von insgesamt vier Stufen darstellt. Bereits in der Vorwoche sowie im August hatten ähnliche Eruptionen zu drastischen Einschränkungen geführt.
Auswirkungen auf den Reiseverkehr und aktuelle Sicherheitsmaßnahmen
Der internationale Flughafen Fontanarossa, der im Jahr 2024 rund zwölf Millionen Passagiere zählte, wird stark von Urlaubern frequentiert. Neben den gewaltigen Aschemengen erschwerte ein heftiges Gewitter in der Nacht den Betrieb im Luftraum zusätzlich. Reisende müssen sich auf anhaltende Verzögerungen und Flugausfälle einstellen, während die Betreiber die Lage vor Ort fortlaufend bewerten.
Der wiederkehrende Stillstand im Süden der Insel befeuert in Italien erneut grundsätzliche Diskussionen. In der Politik und Öffentlichkeit werden regelmäßig Forderungen laut, den Standort Catania zu schließen und stattdessen andere Flughäfen auf Sizilien strukturell auszubauen, um den wiederkehrenden Naturgefahren zu begegnen.
Hintergrund zum Ätna
Der Ätna bricht seit mindestens 500.000 Jahren regelmäßig aus und prägt das Naturgeschehen der Region maßgeblich.
Die zuständigen Behörden und der Flughafenbetreiber beobachten die Entwicklung am Krater genau. Weitere Entscheidungen über die Wiederaufnahme des Flugbetriebs hängen unmittelbar von der künftigen Entwicklung der Aschewolke und den Windverhältnissen ab.